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<title>DM-12 PARM</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">DM-12 PARM</span></h1>
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<p>Die <b>DM12 PARM 1</b> (<a href="Liste_von_Bundeswehrmunition" title="Liste von Bundeswehrmunition">Deutsches Modell</a>, PARM steht für <i>Panzerabwehrrichtmine</i>) ist eine <a href="Panzerabwehrrichtmine" title="Panzerabwehrrichtmine">Panzerabwehrrichtmine</a>, die entwickelt wurde, um gepanzerte Fahrzeuge durch eine <a href="Hohlladung" title="Hohlladung">Hohlladung</a> zu zerstören. Die aktuelle Version der Bundeswehr ist die Panzerabwehrrichtmine DM22. Diese unterscheidet sich von der DM12 durch eine Wirkzeitbegrenzung.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung">Entwicklung</h2></div>
<p>Die PARM 1 wurde in den 1980er-Jahren als „Off-Route“-Mine vom Rüstungskonzern <a href="Messerschmitt-B%C3%B6lkow-Blohm" title="Messerschmitt-Bölkow-Blohm">Messerschmitt-Bölkow-Blohm</a> (MBB) entwickelt. Sie wurde zwischen März 1983 und März 1988 getestet und im Juni 1988 für den Einsatz zugelassen. Die PARM 1 erfüllt auch den US-amerikanischen MIL-STD-331A (Test von Zünder und -komponenten) und <a href="MIL-STD-810" title="MIL-STD-810">MIL-STD-810</a>C (Hochtemperaturtest). Die Lieferung an die <a href="Bundeswehr" title="Bundeswehr">Bundeswehr</a> erfolgte ab 1991, die sie als DM12 PARM 1 einführte. Nach der Übernahme von MBB wurde die Mine bis 1998 vom <a href="Daimler-Benz" title="Daimler-Benz">Daimler-Benz</a>-Konzern gefertigt. Aufgrund des öffentlichen Drucks wurde die Weiterentwicklung PARM 2 1998 eingestellt. Die DM-22 PARM befindet sich weiterhin im Bestand der Bundeswehr.
</p>
<p>Deutschland hat im Zuge des <a href="Russisch-Ukrainischer_Krieg" title="Russisch-Ukrainischer Krieg">Russisch-Ukrainischen Krieges</a> 14.900 Panzerabwehrrichtminen aus Beständen der Bundeswehr an die Ukraine geliefert. Im Oktober 2023 wurde die Nachbeschaffung beschlossen, allerdings nicht in voller Stückzahl.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Russland konnte mehrere der Minen in der Ukraine aufgreifen und auf zahlreichen Bildern, die im Internet kursieren, ist zu erkennen, dass die Minen z. B. mit
<i>PARM HEAT DM22 LOS KOP10H0001 Germany 09/96</i> beschriftet sind.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Aufgrund des Erweiterten Protokolls II des VN-Waffenübereinkommens (engl. CCW), ist die Beschriftung der Minen mit dem Namen des Herkunftslandes, dem Monat und Jahr der Herstellung und der Serien- bzw. Losnummer notwendig. Die Modellnummer DM22 bedeutet, dass es sich um die wirkzeitbegrenzte Version der Mine handelt. Die Losnummer lässt erkennen, dass die Minen im August (H) 2010 im <a href="Munitionsdepot_K%C3%B6ppern" title="Munitionsdepot Köppern">Munitionsdepot Köppern</a> umgebaut und somit in ihrer Wirkzeit begrenzt wurden.
</p><p>Auf der <a href="Eurosatory" title="Eurosatory">Eurosatory</a> 2024 in Paris stellte der Hersteller TDW erstmalig den Nachfolger PARM NextGen vor.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau_und_Wirkung">Aufbau und Wirkung</h2></div>
<p>Im Prinzip handelt es sich bei der DM12 PARM um eine autonome, sensorgesteuerte <a href="Panzerfaust" title="Panzerfaust">Panzerfaust</a>, die auf einem Dreibein an Wegrändern oder in Straßengräben zur Absicherung von Straßen und Wegen (<i>Off-Route</i>) aufgestellt werden kann. Die Mine verfügt über einen 40 m langen Lichtwellenleiter, der beim Überrollen durch ein schweres Fahrzeug geknickt bzw. gebrochen wird. Dadurch ändert sich in der Steuerungselektronik das empfangene Signal und die Mine löst aus. Darauf schießt die PARM ein rückstoßfreies Geschoss auf das jeweilige Ziel ab, das beim Aufschlag eine Hohlladung zündet. Die Hohlladung trifft damit das Fahrzeug an einer an den meisten Zielen schwach gepanzerten Stelle, nämlich die seitliche Wanne im Bereich der Laufrollen oder Räder. Dabei kann sich das Fahrzeug, bedingt durch die Länge des Lichtwellenleiters, in einer maximalen Entfernung von 40 m befinden. Der Geschosskopf selbst sowie die nach hinten ausgestoßene Gegenmasse haben jedoch eine maximale Reichweite und damit einen Gefahrenbereich von jeweils 500 m.
</p><p>Als Alternative entwickelte man auch einen passiven Infrarotsensor, kurz SPIR, der in ähnlicher Form (SAPIR) auch mit der PARM-2 genutzt werden sollte. Die maximal mögliche Entfernung erhöhte sich mit diesem auf 60 m, die Mine ist vom Lichtwellenleiter unabhängig. Um den erhöhten Stromverbrauch zu kompensieren, befindet sich die Technik in Bereitschaft. Sie wird erst aktiv, wenn der Akustiksensor, ein dynamisches Mikrofon, das Windgeräusche oder Schussgeräusche unterdrücken kann, auf das Motorengeräusch von Panzern oder schweren Radfahrzeugen reagiert. Mit Hilfe von Infrarotsensoren und einer Infrarot-Optik wurden Richtung und Geschwindigkeit bestimmt. Beim Erreichen des idealen Schusszeitpunktes wird die Mine ausgelöst. In der Weiterentwicklung zur PARM-2 war darüber hinaus die Länge des Fahrzeuges mitentscheidend dafür, ob es bekämpft wird oder nicht. Die weiterentwickelte Sensorik verfügt auch über eine Fahrzeugzählung, die Mine reagiert erst auf das zweite, dritte oder ein beliebiges späteres Fahrzeug. Es ist nicht bekannt, ob der Infrarotsensor für die PARM-1 bei der Bundeswehr eingeführt wurde.
</p><p>Die Mine kann, einmal aufgestellt, höchstens 40 Tage eingesetzt werden, dann schaltet sie sich ab, indem die Batterie entladen wird. Dieser Vorgang ist nach spätestens 42 Tagen abgeschlossen. Vor Ablauf der 40 Tage kann die PARM jederzeit deaktiviert werden und z. B. später an anderer Stelle wieder eingesetzt werden. Die Wirkzeit beginnt dann nicht von vorne, sondern zählt dann mit der Zeit weiter, bei der die Mine deaktiviert wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Technische_Daten_PARM_1">Technische Daten PARM 1</h2></div>
<ul><li>Hersteller: früher <a href="Messerschmitt-B%C3%B6lkow-Blohm" title="Messerschmitt-Bölkow-Blohm">MBB</a>, <a href="Daimler-Benz" title="Daimler-Benz">Daimler</a> bis 1998, ab 2025 <a href="MBDA_Deutschland" title="MBDA Deutschland">TDW GmbH</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Gewicht: 10 kg</li>
<li>Durchmesser: 128 mm</li>
<li>Höhe: 39 cm</li>
<li>Gewicht der Sprengladung: 1,5 kg HEAT (High Explosive Anti Tank)</li>
<li>Zünder: Sensordraht</li>
<li>Reichweite: min. 2 m; max. 40 m</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_von_Explosionswaffen" title="Liste von Explosionswaffen">Liste von Explosionswaffen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:DM-12_PARM?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: DM-12 PARM</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bits.de/public/researchreport/rr95-1-3.htm#Abwehr">Bericht über die PARM 1 (allerdings mit fehlerhafter Erklärung des Hohlladungsprinzips)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bits.de/public/researchreport/rr95-1-4.htm#Mine2">Bericht über die PARM 2</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Deutscher Bundestag: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dserver.bundestag.de/btd/18/020/1802076.pdf"><i>Drucksache 18/2076.</i></a> 8. Juli 2014,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 6. August 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADM-12+PARM&rft.title=Drucksache+18%2F2076&rft.description=Drucksache+18%2F2076&rft.identifier=https%3A%2F%2Fdserver.bundestag.de%2Fbtd%2F18%2F020%2F1802076.pdf&rft.creator=Deutscher+Bundestag&rft.date=08.07.2014"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://defence-network.com/bundestag-genehmigt-parm-dm22-beschaffung/">André Forkert: Bundestag genehmigt PARM DM22-Beschaffung für die Ukraine</a>, abgerufen am 20. November 2023.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Armourersbench: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://armourersbench.com/2022/05/29/german-dm22-directional-anti-tank-mines-in-ukraine/"><i>German DM22 Directional Anti-Tank Mines In Ukraine.</i></a> 29. Mai 2022,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 6. August 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADM-12+PARM&rft.title=German+DM22+Directional+Anti-Tank+Mines+In+Ukraine&rft.description=German+DM22+Directional+Anti-Tank+Mines+In+Ukraine&rft.identifier=https%3A%2F%2Farmourersbench.com%2F2022%2F05%2F29%2Fgerman-dm22-directional-anti-tank-mines-in-ukraine%2F&rft.creator=Armourersbench&rft.date=29.05.2022"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://defence-network.com/eurosatoray-2024-weltpremiere-parm-nextgen/"><i>Eurosatoray 2024: Weltpremiere PARM NextGen.</i></a> 18. Juni 2024,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 18. Juni 2024</span> (deutsch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADM-12+PARM&rft.title=Eurosatoray+2024%3A+Weltpremiere+PARM+NextGen&rft.description=Eurosatoray+2024%3A+Weltpremiere+PARM+NextGen&rft.identifier=https%3A%2F%2Fdefence-network.com%2Feurosatoray-2024-weltpremiere-parm-nextgen%2F&rft.date=2024-06-18&rft.language=de-DE"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.janes.com/defence-news/news-detail/tdw-to-resume-parm-dm22-production-after-over-10-year-hiatus"><i>TDW to resume PARM DM22 production after over 10-year hiatus.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 2. November 2023</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADM-12+PARM&rft.title=TDW+to+resume+PARM+DM22+production+after+over+10-year+hiatus&rft.description=TDW+to+resume+PARM+DM22+production+after+over+10-year+hiatus&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.janes.com%2Fdefence-news%2Fnews-detail%2Ftdw-to-resume-parm-dm22-production-after-over-10-year-hiatus&rft.language=en"> </span></span>
</li>
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